Teneriffa ist seit langer Zeit nicht nur ein Paradies für Strandliebhaber und Bergwanderer, sondern auch ein wahres Eldorado für jene, die sich von den Geheimnissen der Tiefen des Ozeans faszinieren lassen. Wenn Sie schon einmal davon geträumt haben, schwerelos zwischen bunten Fischen zu schweben, historische Schiffswracks zu erkunden oder mit Meeresschildkröten zu schwimmen, dann bietet das Tauchen auf Teneriffa genau das – und noch viel mehr.
Warum Teneriffa ein hervorragendes Tauchziel ist
Auf Teneriffa vereinen sich mehrere außergewöhnliche natürliche und praktische Faktoren, die die Insel zu einem der besten Tauchziele Europas machen – sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Taucher.
Zunächst einmal sorgt die außergewöhnliche marine Biodiversität dafür, dass jeder Tauchgang zu einer Entdeckung wird. Die Gewässer rund um die Kanarischen Inseln bilden ein einzigartiges Ökosystem, in dem sich gemäßigte atlantische und subtropische Arten begegnen. Taucher können Schwärme von Rifffischen, Kraken, Sepien, Muränen sowie größere Tiere wie Meeresschildkröten und Adlerrochen antreffen – und mit etwas Glück sogar Delfine, die durch die Region ziehen.

Ein weiteres Merkmal, das das Tauchen hier so faszinierend macht, ist die vulkanische Unterwasserlandschaft. Dank der geologischen Entstehung Teneriffas gibt es eine beeindruckende Vielfalt an Formationen: Höhlen, Bögen, Lava-Canyons und senkrechte Wände, die mit farbenfrohen Algen und Korallen bewachsen sind. Der Meeresboden erzählt die Geschichte der geologischen Vergangenheit der Insel, und Geschichtsfreunde können sogar einige versunkene Wracks erkunden – stille Zeugen der maritimen Geschichte Teneriffas.
Auch die Sichtverhältnisse sprechen für sich: An den meisten Tauchplätzen herrschen Sichtweiten von 20 bis 30 Metern. Kombiniert mit den angenehmen Wassertemperaturen – im Winter selten unter 19 °C und im Sommer bis 25 °C – zählt Teneriffa zu den wenigen europäischen Zielen, an denen man das ganze Jahr über tauchen kann.
Schließlich verfügt die Insel über eine gut ausgebaute Tauchinfrastruktur. Zahlreiche professionelle Tauchzentren bieten alles – von Schnuppertauchgängen und PADI-Open-Water-Diver-Kursen bis hin zu geführten Fortgeschrittenentauchgängen und Bootsausflügen. Ob Sie Ihre Unterwasserreise gerade erst beginnen oder Ihre Erfahrung erweitern möchten – Teneriffa bietet die perfekte Umgebung, um dies sicher, vergnüglich und umgeben von außergewöhnlicher Natur zu tun.
Was Sie unter Wasser auf Teneriffa sehen können

Die Unterwasserwelt von Teneriffa ist bemerkenswert vielfältig und voller Farbe. Hier sind nur einige der Meeresbewohner, denen Sie bei Ihren Tauchgängen begegnen könnten:
- Meeresschildkröten – Besonders häufig rund um El Puertito anzutreffen; diese sanften Tiere gehören zu den bekanntesten Bewohnern der Insel und werden oft beim ruhigen Gleiten in der Nähe von Tauchern gesichtet.
- Rochen – Verschiedene Arten, darunter Adlerrochen, Stechrochen und gewöhnliche Stachelrochen, werden regelmäßig bei Tauchplätzen mit Sandgrund wie Los Chuchos beobachtet.
- Muränen – Große Muränen verstecken sich oft in felsigen Spalten und Höhlen und beobachten die Taucher mit neugierigem Blick.
- Oktopusse und Sepien – Intelligente und verspielte Kopffüßer, Meister der Tarnung; sie verändern Farbe und Textur, um sich nahtlos ihrer Umgebung anzupassen.
- Fischschwärme – Freuen Sie sich auf große Schwärme von Sardinen, Barrakudas, Makrelen und vielen Arten von Rifffischen, die wie schimmernde Wolken durchs Wasser ziehen.
- Seesterne und Seeigel – Farbige Wirbellose, die den Meeresboden schmücken und Vulkanfelsen mit lebendigen Farbtupfern versehen.
- Nacktkiemer (Nudibranchia) – Winzige, lebhaft gefärbte Meerschnecken mit einzigartigen Mustern und Farbtönen – ein Highlight für Unterwasserfotografen.
- Barrakudas – Schlanke Räuber, die das Mittelwasser durchstreifen, manchmal in eindrucksvollen Schulen nahe felsiger Abhänge erscheinen.
- Delfine und Wale – Zwar sind Sichtungen während eines Tauchgangs seltener als bei einer Walbeobachtungstour, doch einige glückliche Taucher berichten davon, diese majestätischen Tiere unter Wasser gesehen zu haben – ein wirklich unvergesslicher Moment.
Die besten Tauchplätze auf Teneriffa

Teneriffa bietet eine beeindruckende Vielfalt an Tauchplätzen, jeder mit seinem eigenen Charakter und einzigartiger Unterwasserwelt. Hier sind einige der beliebtesten und faszinierendsten Orte zum Tauchen auf Teneriffa:
El Puertito (La Caleta)
Einer der bekanntesten und beliebtesten Tauchspots auf Teneriffa, ideal für Anfänger und Unterwasserfotografen. Die Hauptattraktion sind die grünen Meeresschildkröten, die sich so sehr an Taucher gewöhnt haben, dass sie oft ganz nah herankommen. Es ist zudem ein hervorragender Tauchplatz für entspannte Tauchgänge mit guter Sicht, an dem Sie Oktopusse, Rochen, Sepien und zahlreiche Rifffische antreffen können.
Taucherlevel: Geeignet für Anfänger (Open Water Diver) und höher. Ideal für Schnuppertauchen (Discover Scuba Diving – DSD), Schnorcheln und Trainingstauchgänge.

El Condesito (Punta Rasca / Las Galletas)
Dieses kleine Zementschiff sank 1971 und ist heute einer der beliebtesten Wracktauchgänge auf Teneriffa. Das Wrack liegt in etwa 18–21 Metern Tiefe. Sie können seine Struktur erkunden, umgeben von Fischschwärmen, und beobachten, wie sich das Meeresleben das Wrack als künstliches Riff erobert hat.
Taucherlevel: Geführte Tauchgänge für Open Water Diver und höher.
Los Chuchos (Las Galletas)
Wenn Sie davon träumen, mit Rochen zu schwimmen, sind Sie hier genau richtig. Los Chuchos beheimatet zahlreiche Adlerrochen, Stechrochen und andere Arten, die oft auf dem sandigen Meeresboden ruhen. Die Tiefe von 20 bis 30 Metern macht diesen Ort besonders geeignet für Taucher mit etwas Erfahrung.
Taucherlevel: Fortgeschrittene (Open Water Diver mit Erfahrung) und höher. Maximale Tiefe – 30 Meter.
Ein Rochen ruht auf dem Sand unter einer Lavagestein-Kante bei einem Tauchgang vor Teneriffa
Montaña Amarilla (Yellow Mountain)
An der Südküste Teneriffas gelegen, zeigt dieser Tauchplatz spektakuläre vulkanische Felsformationen – Bögen, Canyons und Vorsprünge in gelben und orangen Farbtönen. Das Spiel von Licht und Farbe macht diesen Ort zu einem Paradies für Unterwasserfotografie. Hier begegnen Sie oft Barrakudas, Oktopussen und vielen Rifffischen.
Taucherlevel: Anfänger (Open Water Diver) und höher.
Tabaiba – El Peñón (Tabaiba)
Für Liebhaber von Wracktauchgängen vom Ufer aus ist das versenkte Schleppboot El Peñón vor der Küste von Tabaiba eine hervorragende Option. Es wurde 2006 absichtlich versenkt und liegt in etwa 30 Metern Tiefe. Heute ist es Lebensraum für Oktopusse, Muränen, Sepien und Fischschwärme. Der Zugang vom Ufer ist einfach, allerdings kann das Ein- und Aussteigen mit voller Ausrüstung herausfordernd sein.
Taucherlevel: Anfänger (Open Water Diver) für die oberen Bereiche. Zertifizierte Taucher (Advanced Open Water Diver) oder höher für tiefere Zonen (30–35 Meter) und mögliche Wrackdurchgänge – Wreck Diver-Zertifizierung erforderlich.
Cueva de Palm-Mar (Palm-Mar-Höhle)
Diese Unterwasserhöhlen und Tunnel bieten ein spannendes Erlebnis für fortgeschrittene Taucher. Sie gleiten durch schmale Gänge, die nur vom Licht der Taschenlampe erhellt werden, und entdecken faszinierende Tiere wie Putzergarnelen und Seepferdchen. Höhlentauchgänge werden ausschließlich mit zertifizierten Guides durchgeführt und erfordern spezielle Ausbildung.
Taucherlevel: Erfahrene Taucher (Advanced Open Water / Cave Diver). Spezielle Zertifizierung und/oder Begleitung durch Instruktoren erforderlich.
El Bajonito (Las Galletas)
Ein beeindruckender Unterwasserfelsen (Pinnacle) nahe Las Galletas, der erfahrene Taucher mit seiner Tiefe und artenreichen Meereswelt anzieht. In rund 45 Metern Tiefe können Sie mehrere Schichten des marinen Lebens erkunden. Der Spot ist bekannt für Sichtungen von großen Raubfischen wie Barrakudas, Thunfischen und gelegentlich sogar Hammerhaien – obwohl diese selten sind. Starke Strömungen sind hier üblich und machen den Tauchgang besonders herausfordernd.
Taucherlevel: Fortgeschrittene und erfahrene Taucher (Advanced Open Water / Deep Diver). Erfahrung im Drifttauchen empfohlen.
Wie man den richtigen Tauchplatz und das passende Tauchzentrum auf Teneriffa wählt

Ein geeignetes Tauchzentrum auf Teneriffa finden
Tauchen auf Teneriffa ist zugänglich, sicher und unglaublich lohnend – doch um das Erlebnis wirklich unvergesslich zu machen, ist es wichtig, ein zuverlässiges und professionelles Tauchzentrum zu wählen.
Auf der Insel gibt es Dutzende von Tauchschulen, aber nicht alle bieten denselben Qualitäts- und Servicestandard. Achten Sie bei der Auswahl auf folgende Punkte:
- Lizenzen und Sicherheit: Wählen Sie Tauchzentren, die von Organisationen wie PADI, SSI oder CMAS anerkannt sind. Die Tauchlehrer sollten entsprechend zertifiziert sein, und die gesamte Tauchausrüstung muss gut gewartet und regelmäßig überprüft werden.
- Spezialisierung des Zentrums: Manche Zentren konzentrieren sich hauptsächlich auf Anfängerkurse und Schnuppertauchgänge, andere bieten Fun Dives, Nachttauchgänge oder sogar technisches Tauchen an. Achten Sie darauf, dass das Zentrum zu Ihrem Erfahrungsstand und Ihren Interessen passt.
- Gruppengröße: Kleinere Gruppen sorgen für ein sichereres und angenehmeres Erlebnis. Ideal sind maximal 4–6 Taucher pro Instruktor, was individuelle Betreuung und ein entspanntes Tempo unter Wasser ermöglicht.
- Lage: Wählen Sie ein Tauchzentrum in der Nähe Ihrer Unterkunft, um lange Transfers vor oder nach den Tauchgängen zu vermeiden. Besonders praktisch sind Basen in Las Galletas, Los Cristianos und Costa Adeje, die schnellen Zugang zu vielen der besten Tauchplätze auf Teneriffa bieten.
- Gesprochene Sprachen: In den meisten Zentren werden Briefings auf Deutsch, Englisch oder Französisch angeboten – bestätigen Sie dies im Voraus, wenn Ihnen die Sprache wichtig ist.
- Bewertungen und Ruf: Prüfen Sie Google Maps, TripAdvisor und andere Plattformen auf authentische Rückmeldungen. Achten Sie auf Hinweise zur Ausrüstungsqualität, zur Professionalität der Instruktoren und zum Gesamtservice. Tauchzentren mit Google-Bewertungen ab 4,7 Sternen und Hunderten positiver Rezensionen sind in der Regel eine verlässliche Wahl.
- Wichtige Fragen vor der Buchung:
- Welche Tauchplätze sind für mein Zertifizierungsniveau geeignet?
- Wie viele Personen werden in meiner Tauchgruppe sein?
- Ist Leihausrüstung im Preis inbegriffen?
- Wird ein Hoteltransfer angeboten?
- Welche Versicherung deckt die Tauchgänge ab?
Ungefähre Kosten für das Tauchen auf Teneriffa
- Schnuppertauchen / Discover Scuba Diving: Von 60 € bis 100 €. Beinhaltet eine kurze Einweisung und einen begleiteten Tauchgang unter direkter Aufsicht eines Instruktors.
- PADI-Open-Water-Diver-Kurs: Von 380 € bis 550 €. Dieser Kurs berechtigt Sie, selbstständig (mit Buddy) bis zu 18 Metern Tiefe zu tauchen. Enthalten sind Theoriesitzungen, Übungen im Pool oder im flachen Wasser sowie vier Tauchgänge im offenen Meer.
- Einzeltauchgang für zertifizierte Taucher: Von 40 € bis 60 € – Ausrüstung meist nicht enthalten.
- Mehrfach-Tauchpakete: Je mehr Tauchgänge Sie buchen, desto günstiger wird jeder einzelne. Zwei Tauchgänge kosten etwa 80–110 €, ein Sechs-Tauchgänge-Paket ca. 220–300 €.
- Leihausrüstung: In Kurs- und Paketpreisen meist enthalten. Für Einzeltauchgänge beträgt der Zuschlag in der Regel 10–20 € pro Tauchgang.
- Spezialisierte Tauchgänge (z. B. Wrack- oder Tieftauchgänge): können je nach Tiefe und Logistik etwas mehr kosten.
💡 Hinweis: Die Preise können je nach Tauchzentrum, Lage, Saison und Leistungsumfang variieren. Bestätigen Sie den Gesamtpreis und die enthaltenen Leistungen, bevor Sie buchen.
Nützliche Tipps und Empfehlungen
- Frühzeitig buchen: In der Hochsaison sind die beliebtesten Tauchzentren auf Teneriffa oft ausgebucht.
- Gesundheit prüfen: Stellen Sie sicher, dass keine gesundheitlichen Probleme vorliegen, die sich auf das sichere Tauchen auswirken könnten. Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen können ein ärztliches Attest erfordern.
- Anweisungen befolgen: Hören Sie aufmerksam auf Ihren Instruktor und folgen Sie seinen Anweisungen genau.
- Ruhig bleiben: Sollte etwas Unvorhergesehenes passieren, bewahren Sie Ruhe und signalisieren Sie Ihrem Instruktor – er ist geschult, mit jeder Situation umzugehen.
- Sonnenschutz: Auch an bewölkten Tagen ist die Sonne auf Teneriffa stark. Verwenden Sie Sonnencreme, Hut und Sonnenbrille.
- Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie ausreichend Wasser, um Dehydrierung nach dem Tauchen zu vermeiden.
- Kamera mitbringen: Wenn Sie eine Unterwasserkamera besitzen, nehmen Sie sie mit, um unvergessliche Momente festzuhalten. Viele Tauchschulen bieten auch professionelle Fotoservices an. Prüfen Sie vorab die Tiefenfreigabe Ihrer Kamera.
- Respekt vor der Meereswelt: Denken Sie daran – Sie sind Gast im Ozean. Beobachten Sie, aber berühren Sie keine Tiere und beschädigen Sie keine Korallen.
- Wartezeit vor dem Flug: Halten Sie sich an die Empfehlungen Ihrer Tauchorganisation. Als Faustregel gilt: mindestens 12 Stunden nach einem Einzeltauchgang, 18–24 Stunden nach mehreren oder tieferen Tauchgängen.
Wählen Sie das Tauchart und den Ort auf Teneriffa, die am besten zu Ihnen passen:
Fazit
Tauchen auf Teneriffa ist weit mehr als nur eine Einführung in die Unterwasserwelt – es ist ein echtes Abenteuer, das unvergessliche Erinnerungen hinterlässt. Die Insel begeistert mit einer beeindruckenden Vielfalt an Tauchplätzen, einer reichen Meeresfauna, angenehmen ganzjährigen Bedingungen und einer hervorragenden Tauchinfrastruktur – all das macht Teneriffa zu einem der lohnendsten Tauchziele Europas.
Ob Sie als Anfänger Ihre ersten Atemzüge unter Wasser neben freundlichen Meeresschildkröten machen oder als erfahrener Taucher geheimnisvolle Wracks und vulkanische Formationen erkunden – Teneriffa bietet für jeden etwas.
Wenn Sie Ihren Urlaub auf Teneriffa planen, sollten Sie das Tauchen unbedingt in Ihre Reiseroute aufnehmen – es ist ein Erlebnis, das Sie garantiert nicht bereuen werden.
👉 Eine vollständige Liste beliebter Aktivitäten auf der Insel finden Sie in unserem Guide „Aktivitäten auf Teneriffa“.
