Gegründet im Jahr 1788 auf Anordnung von König Karl III. von Spanien, ist der Jardín de Aclimatación de La Orotava der zweitälteste botanische Garten Spaniens. Sein ursprüngliches Ziel war außergewöhnlich ehrgeizig: exotische Pflanzen aus tropischen Regionen zu akklimatisieren, bevor sie in die königlichen Gärten auf dem spanischen Festland weitergeleitet wurden.
Obwohl sich das Klima der Kanarischen Inseln als deutlich anders als dasjenige der Iberischen Halbinsel erwies und die vollständige Akklimatisierung schwierig machte, entwickelte sich der Garten zu einem bedeutenden wissenschaftlichen und kulturellen Zentrum. Heute ist er nicht nur eine wunderschöne Parkanlage, sondern auch ein aktives Forschungsinstitut, das sich der Erhaltung der kanarischen Flora, dem internationalen Austausch von Pflanzenmaterial und der botanischen Forschung widmet.
Der Name des Gartens führt häufig zu Verwirrung – und das nicht ohne Grund. Ursprünglich wurde er als Jardín de Aclimatación de La Orotava gegründet, da er damals der gleichnamigen Gemeinde unterstand. Tatsächlich befindet er sich jedoch im benachbarten Puerto de la Cruz, weshalb viele Besucher ihn schlicht den Botanischen Garten von Puerto de la Cruz nennen. Unabhängig davon, welchen Namen Sie hören – beide bezeichnen dieselbe zauberhafte grüne Oase, die dazu geschaffen wurde, Inspiration und Bewunderung bei jedem Besucher zu wecken.
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Verlieren Sie sich im Grünen Paradies

Auf einer Fläche von etwa 20.000 Quadratmetern beeindruckt der Jardín de Aclimatación de La Orotava mit seiner erstaunlichen Vielfalt an tropischen und subtropischen Pflanzen. Hier finden Sie umfangreiche Sammlungen von Palmen, Bromelien, Aronstabgewächsen und Maulbeerbäumen – viele davon gelten als echte Raritäten.
Beim Spaziergang entlang der gepflegten Wege fühlen Sie sich, als würde man in einen echten Dschungel eintreten. Besonders eindrucksvoll sind die alten, riesigen Bäume mit ihren kräftigen Stämmen und kunstvoll verschlungenen Wurzeln, die die Kraft und das Geheimnis der Natur verkörpern. Einer der bemerkenswertesten Höhepunkte ist ein majestätischer Feigenbaum (Ficus), der sowohl wegen seines Alters als auch seiner imposanten Größe bewundert wird.
Der Garten beherbergt außerdem ein Gewächshaus, in dem Besucher eine Vielzahl von Epiphyten bestaunen können – darunter zarte Orchideen, die im kühlen Schatten gedeihen. Im Zentrum des Gartens liegt ein ruhiger Teich mit Seerosen und Schildkröten, umgeben von Bänken – der perfekte Ort, um eine Pause einzulegen, zu entspannen und die friedliche Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.
Insgesamt beheimatet der Botanische Garten eine Sammlung von über 2.500 Pflanzenarten aus allen fünf Kontinenten, laut einigen Quellen sogar bis zu 3.000. Besonders beeindruckend sind die seltenen und exotischen Arten, die in Spanien kaum anderswo zu finden sind.

Hier sind nur einige der bemerkenswerten Pflanzen, die Sie in diesem historischen botanischen Garten entdecken können:
- Riesige und uralte Bäume:
- Moreton-Bay-Feige (Ficus macrophylla f. columnaris): Diese gewaltige Feige ist eines der Wahrzeichen des Gartens. Ihre enorme Größe und das dichte Netz von Luftwurzeln bilden ganze Säulen, sodass der Eindruck eines „Baums im Baum“ entsteht. Die Wurzeln sind so kräftig, dass sie wie eigenständige Stämme wirken – ein Anblick, der dem Garten eine fast mystische Atmosphäre verleiht.
- Gummibaum (Ficus elastica): Eine weitere eindrucksvolle Feigenart, erkennbar an ihren weit ausladenden, verdrehten Wurzeln.
- Wollbaum (Ceiba speciosa): Bekannt für seinen flaschenförmigen, mit Dornen besetzten Stamm und die auffälligen rosafarbenen Blüten.
- Araukarien (Araucaria bidwillii, Araucaria columnaris): Immergrüne Koniferen mit auffallend geometrischen Kronen, die sofort ins Auge fallen.
- Ginkgo (Ginkgo biloba): Eine uralte Art, oft als „lebendes Fossil“ bezeichnet, berühmt für ihre fächerförmigen Blätter.
- Ohrenbaum (Enterolobium contortisiliquum): Leicht zu erkennen an den verdrehten, ohrförmigen Hülsenfrüchten.
- Brotfruchtbaum (Artocarpus altilis): Ein wertvoller tropischer Obstbaum, bekannt für seine großen, ungewöhnlichen Früchte.
- Kampferbaum (Cinnamomum camphora): Lieferant des natürlichen Kampfers, mit aromatischen Blättern und Holz.
- Tipubaum (Tipuana tipu): Ein weitkroniger Baum, geschätzt wegen seiner leuchtend gelben Blüten.
- Palmensammlungen: Der Garten präsentiert stolz eine umfangreiche Sammlung von über 150 Palmenarten, von denen viele durch ungewöhnlich gebogene Stämme, Luftwurzeln und markante Rindenstrukturen auffallen. Zu den herausragenden Arten gehören:
- Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis): Eine endemische Art der Kanarischen Inseln – majestätisch und auf dem gesamten Archipel verbreitet.
- Chilenische Honigpalme (Jubaea chilensis): Eine der größten Palmenarten der Welt, mit einem außergewöhnlich dicken Stamm.
- Ölpalme (Elaeis guineensis): Weltweit als Quelle für Palmöl kultiviert.
- Tropische und subtropische Pflanzen:
- Bromelien (Bromeliaceae): Zahlreiche Arten, darunter Alcantarea und Puya, die oft als auffällige Bodendecker oder Epiphyten verwendet werden.
- Aronstabgewächse (Araceae): Mit Arten wie Spathiphyllum und Anthurium, bekannt für ihre dekorativen Hochblätter und Kolben.
- Maulbeergewächse (Moraceae): Neben Feigen umfasst diese Familie weitere faszinierende Pflanzenarten.
- Riesige weiße Paradiesvogelblume (Strelitzia nicolai): Ein größerer Verwandter der bekannten Paradiesvogelblume mit eleganten weißen und blauen Blüten.
- Engelstrompete (Brugmansia versicolor): Spektakuläre Pflanzen mit großen, herabhängenden trompetenförmigen Blüten.
- Helikonie (Heliconia bihai): Tropische Pflanzen mit leuchtend gefärbten Hochblättern, die an Papageienschnäbel erinnern.
- Litschi (Litchi chinensis): Ein Fruchtbaum, berühmt für seine süßen, duftenden Früchte.
- Kaffeepflanze (Coffea arabica): Hier können Besucher sehen, wie die bekannteste Kaffeesorte der Welt wächst.
- Orchideen: Ein eigenes Gewächshaus zeigt verschiedene epiphytische Orchideenarten, auch wenn die Sammlung kleiner ist als in spezialisierten Orchidarien.
- Sukkulenten und Aloen: Obwohl sie nicht im Mittelpunkt stehen, gibt es im Garten auch einige interessante, trockenheitsresistente Arten.
Praktische Informationen
- Adresse: C/ Retama Nr. 2, 38400 Puerto de la Cruz, Teneriffa.
- Öffnungszeiten: Täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr. Der Garten ist am 1. Januar, Karfreitag und am 25. Dezember geschlossen.
- Eintrittspreise: Der Eintritt kostet 3 €, für Einwohner der Kanarischen Inseln 2 €.
- Anreise: Der Garten liegt etwa 20 Gehminuten vom Zentrum von Puerto de la Cruz entfernt. Da der Weg bergauf führt, empfiehlt es sich jedoch, einen Bus zu nehmen (TITSA-Linien 102, 103, 345 und 352).
- Beste Besuchszeit: Um die Ruhe des Gartens in vollen Zügen zu genießen, ist ein Besuch am Vormittag, kurz nach der Öffnung, ideal.
Ein Besuch im Jardín de Aclimatación de La Orotava ist eine Einladung, in eine Welt exotischer Pflanzen einzutauchen, Geschichte zu erleben und einen Moment der Stille und Schönheit an einem der schönsten Orte Teneriffas zu genießen. Trotz kleinerer Einschränkungen hinterlässt dieser botanische Garten in Puerto de la Cruz einen bleibenden Eindruck und ist ein lohnendes Ziel für Natur- und Kulturliebhaber.
Sie können Ihren Besuch im Botanischen Garten problemlos mit einer Tour durch La Orotava verbinden, um die eleganten Herrenhäuser, Terrassengärten und die authentische kanarische Architektur zu entdecken. Viele Ausflüge beinhalten auch nahegelegene Highlights wie Puerto de la Cruz mit seiner Promenade und den Lago-Martiánez-Pools, Icod de los Vinos mit dem berühmten Drachenbaum, Garachico und seine Lava-Naturpools El Caletón oder sogar eine Panoramafahrt zum Teide-Nationalpark.
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