Barranco del Infierno, Teneriffa: Die „Höllenschlucht“ auf der Insel des Paradieses

Im Südwesten Teneriffas, unweit der Stadt Adeje, befindet sich eine der eindrucksvollsten Naturattraktionen der Insel – der Barranco del Infierno. Ihr Name bedeutet übersetzt „Höllenschlucht“, doch dieses dramatische Tal vereint die raue Schönheit vulkanischer Landschaften mit bemerkenswerter Artenvielfalt und faszinierender Geschichte.

Geschichte und Legenden

Ihren düsteren Namen trägt die Schlucht nicht ohne Grund. Der Legende nach glaubten die ersten spanischen Siedler, die vor den steilen Felswänden dieses tiefen Tals standen, sie führe direkt ins Reich der Unterwelt. Eine andere Erklärung bezieht sich auf die großen Strapazen, die Reisende auf sich nehmen mussten, um diesen wilden Canyon zu durchqueren.

Für die Ureinwohner der Insel, die Guanchen, hatte der Barranco del Infierno eine besondere Bedeutung. Archäologische Funde belegen, dass sie das Gebiet für rituelle Handlungen und Bestattungen nutzten. In den umliegenden Höhlen wurden Mumien und weitere Artefakte entdeckt – ein klarer Hinweis auf die kulturelle und historische Bedeutung der Schlucht in der Vergangenheit Teneriffas.

Was verbirgt die „Höllenschlucht“?

Eingebettet in die malerischen Berge von Adeje im Süden der Insel, ist der Barranco del Infierno heute ein geschütztes Naturreservat – und einer der wenigen Orte auf den Kanaren, an denen man ganzjährig einen Wasserfall sehen kann. Dieser Wasserfall ist der Höhepunkt und das Ziel der Wanderroute.

Der Weg durch die Schlucht ist ein echtes Abenteuer. Der Pfad schlängelt sich zwischen steilen vulkanischen Felswänden hindurch, die mit üppiger Vegetation bedeckt sind – Lorbeerbäume, Drachenbäume und Sukkulenten säumen den Weg. Zahlreiche Vogel- und Eidechsenarten leben hier, während die Luft vom Duft wilder Kräuter und feuchter Erde erfüllt ist.

Der Name „Höllenschlucht“ klingt bedrohlich, spiegelt aber eher die beeindruckende Wildheit und Größe der Landschaft wider als eine tatsächliche Gefahr. In Wirklichkeit ist der Wanderweg gut gepflegt und leicht zugänglich – vorausgesetzt, man bringt ein grundlegendes Maß an Kondition mit.

Wandern im Barranco del Infierno: Vorbereitung und Eindrücke

Die Wanderung durch den Barranco del Infierno ist ein Hin- und Rückweg von etwa 6,5 Kilometern, der in der Regel drei bis vier Stunden dauert. Der Großteil des Pfades führt über schmale Wege mit gelegentlichen Steigungen und Gefälle, die für Abwechslung sorgen.

Wanderin steht auf Lavagestein in der Schlucht Barranco del Infierno (Höllenschlucht) auf Teneriffa.
Wanderin im Barranco del Infierno (Höllenschlucht), der vulkanischen Schlucht oberhalb von Adeje auf Teneriffa

Wichtige Hinweise:

  • Besucherlimit: Zum Schutz des sensiblen Ökosystems ist die Zahl der Besucher pro Tag streng auf 300 Personen begrenzt. Daher ist eine Online-Reservierung über die offizielle Website zwingend erforderlich. Ohne vorherige Buchung ist der Zutritt praktisch unmöglich – Reisende bestätigen immer wieder, dass diese Regel konsequent durchgesetzt wird.
  • Schuhe und Kleidung: Tragen Sie bequeme Wanderschuhe mit gutem Halt am Knöchel; Sportschuhe mit rutschfester Sohle sind ebenfalls geeignet. Leichte, flexible Kleidung ist ideal, und eine Jacke oder Windjacke gehört unbedingt ins Gepäck, da es in der Schlucht – besonders im Schatten – spürbar kühler sein kann als an der Küste.
  • Wasser und Snacks: Nehmen Sie ausreichend Trinkwasser mit, da es entlang des Weges keine Versorgungsmöglichkeiten gibt. Ein leichter Snack wie Nüsse, Obst oder Müsliriegel ist ebenfalls empfehlenswert, da die Tour anstrengend sein kann.
  • Altersbeschränkung: Aus Sicherheitsgründen ist der Zugang für Kinder unter 5 Jahren nicht gestattet; Minderjährige unter 16 nur in Begleitung eines Erwachsenen.
  • Helme: Am Eingang werden Schutzhelme ausgegeben, die während der gesamten Wanderung getragen werden müssen, da ein geringes Risiko herabfallender Steine besteht.
  • Wanderstöcke: Viele Besucher berichten, dass Trekkingstöcke die Tour deutlich erleichtern – insbesondere bei den Auf- und Abstiegen.
  • Beste Startzeit: Beginnen Sie die Wanderung am Morgen, um die Mittagshitze zu vermeiden und genügend Zeit für einen entspannten Rückweg zu haben.

Je weiter man in die Schlucht vordringt, desto abwechslungsreicher wird die Landschaft. Die Felsen rücken enger zusammen, das Rauschen des Wassers wird lauter, und üppige Vegetation taucht zwischen den steilen Wänden auf. Der Wasserfall am Ende des Weges ist der unbestrittene Höhepunkt – besonders eindrucksvoll nach Regenfällen. Zwar ist er nicht riesig, doch seine malerische Lage verleiht ihm eine fast magische Atmosphäre. Ein perfekter Ort, um zu verweilen, sich zu erfrischen und die Ruhe dieser grünen Oase inmitten der Berge zu genießen.

👉 Entdecken Sie weitere Highlights der Insel in unserem Teneriffa-Sehenswürdigkeiten-Guide

Tickets und wie man sie kauft

Stand 2025 betragen die Eintrittspreise für den Barranco del Infierno wie folgt:

  • Erwachsene (Nicht-Residenten): 13 €
  • Kinder (5–12 Jahre): 6,50 €

Wichtig: Der Zutritt ist für Kinder unter fünf Jahren nicht gestattet, und Minderjährige unter 16 Jahren dürfen die Wanderung nur in Begleitung eines Erwachsenen antreten.

Wie man Tickets kauft:

Da der tägliche Zugang streng auf 300 Besucher begrenzt ist, müssen Tickets im Voraus online über die offizielle Website gebucht werden. Das ist unbedingt erforderlich – ohne Reservierung ist der Eintritt so gut wie unmöglich, und Reisende bestätigen regelmäßig, dass diese Regel konsequent kontrolliert wird.

Wo liegt der Barranco del Infierno und wie kommt man dorthin?

Der Barranco del Infierno befindet sich im Süden Teneriffas, in den malerischen Bergen der Gemeinde Adeje. Für Besucher, die in den beliebten Ferienorten Playa de las AméricasCosta Adeje oder Los Cristianos übernachten, ist er besonders leicht zu erreichen – die Fahrt dauert nur kurze Zeit.

So kommen Sie dorthin:

  • Mit dem Auto: Die bequemste Möglichkeit, die Schlucht zu erreichen, ist mit einem Mietwagen. Von Las Américas oder Costa Adeje dauert die Fahrt nur 15–20 Minuten. Folgen Sie den Schildern nach Adeje und anschließend zum Barranco del Infierno. Am Startpunkt des Wanderwegs befindet sich ein kleiner kostenpflichtiger Parkplatz (4 €), doch die Plätze sind besonders in der Hochsaison schnell belegt. Es wird empfohlen, frühzeitig anzureisen, um einen Parkplatz zu sichern. Sie suchen einen Mietwagen? In unserem Teneriffa-Mietwagenführer finden Sie Anbieter, Informationen zu Versicherungen, Preisen und praktische Tipps.
  • Mit dem Taxi: Ein Taxi ist eine gute Option, wenn Sie kein Auto mieten möchten. Die Fahrtkosten von den nahegelegenen Ferienorten sind moderat. Achten Sie darauf, dass der Fahrer den genauen Zielort kennt, da manche ihn mit anderen Wanderwegen verwechseln könnten.
  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Auch Buslinien (TITSA) verkehren nach Adeje. Vom Stadtzentrum müssen Sie etwa 20–30 Minuten bergauf bis zum Startpunkt des Wanderwegs laufen oder eine kurze Strecke mit einem örtlichen Taxi fahren. Dies ist jedoch die am wenigsten bequeme Option, da sie häufig Umstiege und zusätzliche Gehzeiten erfordert. Wie Sie Busse und Straßenbahnen auf Teneriffa nutzt – wo Sie Fahrpläne finden, was sie kosten und wie Sie bezahlen – erfahren Sie in unserem Leitfaden für den öffentlichen Nahverkehr auf Teneriffa.

Die meisten Navigations-Apps führen Sie direkt dorthin, wenn Sie „Barranco del Infierno Adeje“ oder „Calle Molinos, 46, 38670 Adeje, Santa Cruz de Tenerife“ eingeben.

Der Barranco del Infierno ist weit mehr als nur ein Wanderweg – er ist ein Eintauchen in das wilde Herz Teneriffas, ein Ort, der Sie mit einem Gefühl von Erneuerung und tiefer Verbundenheit mit der Natur zurücklässt. Für alle, die die natürliche und kulturelle Vielfalt der Insel erleben möchten, ist diese Schlucht ein unverzichtbares Ziel. Entdecken Sie ihre Geheimnisse – und nehmen Sie unvergessliche Erinnerungen mit nach Hause.

👉 Eine vollständige Liste beliebter Aktivitäten auf der Insel finden Sie in unserem Guide „Aktivitäten auf Teneriffa“.

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